Koppelnavigation
Die Koppelnavigation ist ein relatives Messverfahren. Die Position wird aus einer bekannten
Startposition und der gemessenen Bewegung ermittelt. Bei Fahrzeugen kann der zurückgelegte Weg
durch Messung der Radumdrehungen und die Fahrtrichtung durch Messung des/der Lenkwinkel bestimmt
werden.
Die Genauigkeit der Koppelnavigation ist stark von der Bodenqualität, dem Abnutzungs- oder
Verschmutzungsgrad der Räder und insbesondere von der Radlast abhängig, da diese über die
Veränderung des Raddurchmessers einen unmittelbaren Einfluss auf die Radumdrehungen hat. Da aber
üblicherweise stark unterschiedliche Lastzustände vorliegen (Lastfahrt/Leerfahrt, unterschiedliche
Lasten), bedarf dieser Faktor besonderer Berücksichtigung. Sofern wenige und bekannte Lastzustände
vorliegen, kann der Einfluss der Durchmesservariation des Rades durch Testfahrten gemessen und in
der Steuerungssoftware entsprechend berücksichtigt werden. Sind die Lastzustände nicht im voraus zu
bestimmen, können zusätzliche Messräder mit konstantem Anpressdruck eingesetzt werden. Messräder
sind jedoch problematisch hinsichtlich Fahrtrichtungswechsel (vorwärts/rückwärts). Daher sind im
allgemeinen zusätzliche absolute oder relative Stützpunkte (Referenzpunkte) erforderlich, die auf
dem Parcours angebracht sind. Ein gängiges Prinzip ist der Einsatz von Transpondern, die in den
Boden eingebracht werden. Dabei handelt es sich im allgemeinen um eindeutig codierte Datenträger,
die über ein elektromagnetisches Feld aktiviert werden (Sender am Fahrzeug) und daraufhin einen Code
abstrahlen. Mit Hilfe einer Referenztabelle kann dann aus dem Code die exakte Position ermittelt
werden. Bei der Inbetriebnahme der Fahrzeuge ist eine aufwendige Kalibrierung für das Wegmeßsystem
und die Nullpunkteinstellung des Lenkwinkels erforderlich.